Eine Pille für Gesunde?


Gegen Herzinfarkt und Schlaganfall
Eine Pille für Gesunde?

Täglich eine kleine Pille mit mehreren Herz-Kreislauf-Wirkstoffen schlucken und schon ist man geschützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall? Diese Idee wird immer wieder diskutiert. Im Iran haben jetzt Forscher an knapp 7000 Über-50-Jährigen untersucht, was die regelmäßige Einnahme einer solchen Polypille tatsächlich bringt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen weltweit zu

Bei Arteriosklerose oder nach überstandenem Herzinfarkt gibt es täglich Acetylsalicylsäure (ASS), hohen Blutdruck senkt man mit Blutdrucksenkern und erhöhte Blutfette mit Statinen. So weit, so gut. Doch wie wäre es, alle Wirkstoffe in eine Pille zu packen und diese schon zu schlucken, bevor sich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickelt? Dieses Konzept spukt schon länger in ärztlichen Köpfen herum, und in Anbetracht der weltweit zunehmenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wäre eine solche Polypille ein kostengünstiges und einfaches Werkzeug, Prävention zu betreiben.

Alles drin, was wirkt 

Den Effekt einer solchen Polypille haben jetzt iranische Forscher in einer Studie getestet. Teilnehmer waren knapp 7000 Über-50-Jährige iranische Landbewohner, von denen 90% zu Beginn der Studie keine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen geteilt: Die eine erhielt Beratungen bezüglich eines gesunden Lebensstils, die andere Beratung und zusätzlich täglich eine Polypille. Darin steckten – jeweils in niedriger Dosierung – ASS, das Diuretikum Hydrochlorothiazid und Enalapril oder Valsartan gegen Bluthochdruck und Atorvastatin, ein Cholesterinsenker.

Weniger Schlaganfälle und Herzinfarkte

Im Studienverlauf über 5 Jahre entwickelten 8,8% der Beratungs-Gruppe ein kardiovaskuläres Ereignis wie Schlaganfall oder Herzinfarkt, in der Polypillen-Gruppe dagegen nur 5,9%. Die Polypille führte damit zu einer relativen Risikoreduktion von 34% gegenüber der Kontrollgruppe. Auch bei den Teilnehmern, die schon zu Beginn der Studie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten, konnte die Polypille punkten: Hier erlitten 21% der Beratungs-Gruppe einen Herzinfarkt oder Schlaganfall und nur 17% der Patienten der Polypillen-Gruppe. Damit sei die Polypille ein vielversprechender Ansatz, auch in breiten Bevölkerungsgruppen eine kostengünstige Herz-Kreislauf-Prävention zu betreiben, betonen die Autoren.

Nebenwirkungen inbegriffen?

Das Konzept der Polypille wird von vielen Medizinern aber auch durchaus kritisch betrachtet: Immerhin bekämen gesunde Menschen täglich pharmakologische Wirkstoffe, die Nebenwirkungen, im Falle von ASS z. B. Blutungen, verursachen können. Außerdem sind die Wirkstoffe in der Polypille in starrer Dosierung enthalten. Viele Mediziner empfehlen deshalb ihren Patienten, regelmäßig ihr Herz-Kreislauf-Risiko checken zu lassen. Im Falle einzelner Risiken obliegt es dann dem Arzt, eine spezielle, individuell angepasste Prävention zu empfehlen. Und last but not least ist die gesündeste Herz-Kreislauf-Prävention eine gesunde Lebensweise inklusive einem Verzicht aufs Rauchen.

Quelle: Ärzteblatt

Nutzen Sie die Vorteile der Kundenkarte!

News

Mit Optimismus länger leben
Mit Optimismus länger leben

Schützt Herz und Zellen

Für ein gesundes langes Leben sind nicht nur gute Gene verantwortlich. Man kann auch einiges selbst dafür tun - zum Beispiel sich weniger ärgern.   mehr

Zäpfchen richtig anwenden
Zäpfchen richtig anwenden

Alternative zu normalen Tabletten

Nicht nur bei Kindern ist die Anwendung von rektalen Zäpfchen oft sinnvoll. Leiden Erwachsene etwa an starkem Brechdurchfall, bleiben normale Tabletten nicht lang genug im Magen-Darm-Trakt, um zu wirken.   mehr

Gehen lindert Kniegelenksarthrose
Ältere Frau beim Nordic Walking. Gehtraining kann bei Arthrose der Kniegelenke helfen - aber nicht bei jedem.

Nur mit geraden oder O-Beinen

Sportliches Gehen kann die Kniegelenksarthrose aufhalten. Das trifft allerdings nicht auf Menschen zu, die mit X-Beinen durch die Welt laufen.   mehr

Adipositas: Spürbare Folgen bei Kinderwunsch
Adipositas: Spürbare Folgen bei Kinderwunsch

Einfluss nicht unterschätzen

Die meisten Menschen wissen, dass starkes Übergewicht (Adipositas) nicht gesund ist. Weniger bekannt ist aber, dass Adipositas auch die Chancen auf ein Kind verringern und Schwangerschaften komplizierter machen kann.   mehr

Salz: Verzichten oder ersetzen?
Salz: Verzichten oder ersetzen?

Für Herz und Gefäße

Salzverzicht gehört zu den Basismaßnahmen bei der Behandlung von Bluthochdruck. In manchen Fällen reicht das nicht – dann ist der Salzersatz besser.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Bergmann-Apotheke
Inhaber Dr. Klaus Gerlach
Telefon 037298/22 95
Fax 037298/1 88 38
E-Mail dr.gerlach@bergmann-apotheke.de